· Redaktion · Spielbericht · 5 min Lesezeit
Saisonrückblick Verbandsliga 2025/26 – Platz 5 mit Licht und Schatten
Turm Siersburg beendet die Verbandsliga-Saison 2025/26 auf Platz 5 mit 43,5 Brettpunkten. Ein Rückblick auf neun Runden, starke Einzelleistungen, die unverzichtbare Hilfe aus Frankreich – und die Fragen, die die nächste Saison beantworten muss.
Saisonrückblick Verbandsliga 2025/26
Mit dem Abschluss der 9. Runde am 22. März 2026 ist die Verbandsliga-Saison 2025/26 Geschichte. Turm Siersburg belegt den 5. Platz mit 18 Mannschaftspunkten und 43,5 Brettpunkten aus 72 möglichen – eine Quote von 60,4 %. Fünf Siege stehen vier Niederlagen gegenüber. Zeit für eine ehrliche Bilanz.
Die Saison im Überblick
| Runde | Gegner | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 | Ostertal I | 6,5 : 1,5 ✓ |
| 2 | Emmersweiler I | 3,0 : 5,0 ✗ |
| 3 | Bliestal/Kirkel I | 3,5 : 4,5 ✗ |
| 4 | Rochade Saarlouis I | 5,0 : 3,0 ✓ |
| 5 | Fischbach I | 8,0 : 0,0 ✓ |
| 6 | St.Ingbert I | 5,5 : 2,5 ✓ |
| 7 | Saarbrücken II | 2,5 : 4,5 ✗ |
| 8 | Bexbach I | 6,0 : 2,0 ✓ |
| 9 | Riegelsberg I | 3,5 : 4,5 ✗ |
Endstand: 5. Platz · 18 Mannschaftspunkte · 43,5 Brettpunkte
Abschlusstabelle
| Platz | Mannschaft | MP | BP |
|---|---|---|---|
| 1 | Riegelsberg I | 27 | 51,5 |
| 2 | Saarbrücken II | 23 | 44,0 |
| 3 | Bliestal/Kirkel I | 20 | 35,0 |
| 4 | Ostertal I | 19 | 37,0 |
| 5 | Turm Siersburg | 18 | 43,5 |
| 6 | Emmersweiler I | 18 | 33,5 |
| 7 | Bexbach I | 16 | 30,5 |
| 8 | Rochade Saarlouis I | 10 | 32,0 |
| 9 | St.Ingbert I | 10 | 22,0 |
| 10 | Fischbach I | 9 | 29,0 |
Auffällig: Mit 43,5 Brettpunkten hat Siersburg den zweithöchsten Brettpunkt-Wert der Liga – nur hinter dem ungeschlagenen Meister Riegelsberg. Dass es dennoch „nur” Platz 5 wurde, zeigt, wie eng Siersburg die Niederlagen verlor und wie deutlich die Siege ausfielen.
Saisonverlauf – Runde für Runde
Runde 1 – Traumstart in Ostertal (6,5:1,5)
Ein Traumauftakt: Siersburg souverän. Vincent Dreux dominierte am Spitzenbrett gegen Martin Morgenstern (DWZ 1890), Cemil Zeybekoglu und Horst Kieffer punkteten sicher auf den Mittelbrettern.
Runde 2 – Dämpfer in Emmersweiler (3:5)
Die erste Niederlage traf ohne Vorwarnung. Auf den oberen Brettern gab es unerwartete Verluste, nur Kretschmer und einige andere retteten Remisen. Eine Begenung, die die Schwachstellen der Mannschaft offenbarte.
Runde 3 – Zuhause gegen Bliestal/Kirkel knapp verloren (3,5:4,5)
Die zweite knappe Niederlage in Folge. Anissimova gewann stark am Brett 3 gegen Wolf (DWZ 1791), Gaertner am Brett 6 – doch auf den unteren Brettern fehlte die Konstanz. Ärgerlich: Mit mehr Stabilität wäre hier ein Unentschieden drin gewesen.
Runde 4 – Pflichtaufgabe erfüllt gegen Rochade Saarlouis (5:3)
Siersburg zeigte Pflichtsieger-Qualitäten gegen den späteren Tabellenvorletzten. Dreux, Kieffer, Zeybekoglu und Weiand punkteten.
Runde 5 – Kampfloser Sieg gegen Fischbach (8:0)
Fischbach I erschien nicht zur Partie – Siersburg gewann kampflos mit 8:0. Sportlich wenig aussagekräftig, aber tabellarisch wertvoll.
Runde 6 – Heimsieg gegen St.Ingbert (5,5:2,5)
Ein klarer, verdienter Heimsieg gegen den späteren Vorletzten. Stankowski, Anissimova, Biehl und Dreux gewannen jeweils souverän. Kretschmer teilte den Punkt am Spitzenbrett. Kieffer erhielt kampflos den Punkt am achten Brett.
Runde 7 – Niederlage gegen Saarbrücken II (2,5:4,5)
Die überraschendste Niederlage der Saison. Ralf Hilpisch – der stärkste Spieler im Kader mit DWZ 2044 – gewann sein einziges Saisonspiel souverän am Spitzenbrett. Darunter brach die Mannschaft jedoch ein und verlor vier der verbleibenden Partien.
Runde 8 – Glänzender Auswärtssieg in Bexbach (6:2)
Eine der besten Mannschaftsleistungen der Saison – und das, obwohl Siersburg nur dank vier Gastspieler des französischen Partnerclubs Creutzwald eine vollständige Aufstellung hatte. Dreux, Stankowski, Biehl und Kieffer gewannen.
Runde 9 – Saisonabschluss gegen Meister Riegelsberg (3,5:4,5)
Gegen den bereits feststehenden Meister gab es eine knappe, aber ehrenvolle Niederlage. Thomas Kretschmer rettete sich am Spitzenbrett mit Schwarz clever ins ungleichfarbige Läuferendspiel und sicherte das Remis. Dreux und Stankowski gewannen – die unteren Bretter aber gaben den Ausschlag.
Spielerstatistiken
| Spieler | DWZ | Einsätze | Punkte | Performance | DWZ ± |
|---|---|---|---|---|---|
| Hilpisch, Ralf | 2044 | 1 | 1,0 | — | +10 |
| Dreux, Vincent 🇫🇷 | 1949 | 6 | 4,5 | 1992 | +8 |
| Biehl, Tim (P) | 1937 | 5 | 3,5 | 1858 | -9 |
| Kretschmer, Thomas | 1935 | 7 | 3,5 | 1877 | -12 |
| Stankowski, Yves 🇫🇷 | 1918 | 5 | 4,5 | 1986 | +9 |
| Weiss, Frederic 🇫🇷 | 1904 | 2 | 0,5 | — | -18 |
| Kieffer, Horst | 1893 | 6 | 4,0 | 1774 | -13 |
| Anissimova, Mariya (P) | 1872 | 3 | 1,5 | — | -27 |
| Laufer, Thierry 🇫🇷 | 1843 | 2 | 1,0 | — | -16 |
| Gaertner, Reinhard | 1759 | 3 | 1,5 | — | -19 |
| Zeybekoglu, Cemil | 1741 | 4 | 2,0 | — | -28 |
| Wirth, Daniel | 1720 | 5 | 1,5 | 1448 | -73 |
| Weiand, Peter | 1673 | 8 | 3,0 | 1397 | -72 |
| Conrad, Egon | 1440 | 2 | 0,0 | — | -22 |
| Delmotte, Éric 🇫🇷 | — | 2 | 1,5 | — | — |
🇫🇷 = Gast aus Frankreich. Dreux, Stankowski, Laufer, Delmotte: Cercle d’Echecs de Creutzwald; Weiss: Ecole Française d’Echecs de Metz. (P) = Passantrag (Gastspielgenehmigung aus einem anderen deutschen Verein). Biehl: SF Birkenfeld; Anissimova: SG Trier. Einsätze ohne kampflose Partien (Walkovers). DWZ ± = inoffizielle Saisonveränderung.
Die französische Verbindung
Ein roter Faden durch die Saison war die Unterstützung durch französische Gastspieler aus Lothringen. Den größten Anteil hatte der Partnerclub Cercle d’Echecs de Creutzwald: Dreux und Stankowski spielten über weite Teile der Saison mit, Laufer und Delmotte verstärkten das Team in Runde 1 und beim Auswärtssieg in Bexbach (R8). Zusätzlich kam Weiss von der Ecole Française d’Echecs de Metz. Ohne diese Unterstützung hätte Siersburg in mehreren Runden nicht vollständig antreten können. Zusammengerechnet steuerten die fünf französischen Gastspieler 12,0 von 43,5 Brettpunkten bei – mehr als ein Viertel der gesamten Saisonausbeute.
Gastspieler aus deutschen Vereinen
Neben den französischen Verstärkungen konnte Siersburg auch auf zwei Gastspieler aus deutschen Vereinen zählen. Tim Biehl (SF Birkenfeld) kam in fünf Einsätzen auf 3,5 Punkte und war vor allem in den Heimspielen ein verlässlicher Punktelieferant. Mariya Anissimova (SG Trier) bestritt drei Partien und erzielte 1,5 Punkte, darunter einen starken Sieg gegen Wolf (DWZ 1791) in Runde 3. Beide traten per Passantrag für Siersburg an – ein weiterer Beleg dafür, wie breit die Mannschaft aufgestellt sein musste, um die Saison vollständig zu bestreiten.
Fazit
Platz 5 mit 43,5 Brettpunkten ist eine respektable Platzierung in einem ausgeglichenen Feld. Die Brettpunktbilanz zeigt, dass Siersburg spielerisch durchaus konkurrenzfähig war – die vier Niederlagen fielen alle knapp aus, während die Siege oft klar waren.
Die inoffizielle DWZ-Auswertung zeichnet ein gemischtes Bild: Stankowski und Dreux verbessern sich, die meisten anderen Spieler verlieren Punkte. Für die nächste Saison stellen sich vor allem zwei Fragen: Kann der Kader so stabilisiert werden, dass nicht regelmäßig auf Gäste zurückgegriffen werden muss? Und können die unteren Bretter konstanter performen? Die Antworten darauf werden darüber entscheiden, ob Siersburg den Schritt in die obere Tabellenhälfte schafft.

